Kurze Antwort
Ist ein faltbares oder ein starres Solarmodul besser für die Powerstation?
Das hängt davon ab, ob das Modul mitreisen oder fest stehen soll. Faltbare Module wiegen in unserer Datenbank 2,4 bis 4,1 kg pro 100 W, haben Ständer und passende Stecker und lassen sich der Sonne nachdrehen – ideal für Camping und gelegentlichen Einsatz. Ein starres Glasmodul mit rund 450 W wiegt gut 20 kg, kostet pro Watt laut Verbraucherzentrale aber nur einen Bruchteil, ist auf Hagel und hohe Last geprüft und hat oft lange Leistungsgarantien. Für Garten, Balkon und Notstrom zu Hause ist es meist die bessere Wahl, wenn die Spannung zum Solareingang passt.
Kurz gesagt
- Faltmodule in unserer Datenbank wiegen 2,4 bis 4,1 kg pro 100 W, ein 450-W-Glasmodul rund 4,6 kg – der Vorteil liegt weniger im Gewicht pro Watt als in Packmaß und Ständer.
- Pro Watt kostet ein Faltmodul im Herstellershop ca. 1,25 bis 1,75 € (geprüft am 05.10.2026), ein Standard-Glasmodul laut Verbraucherzentrale rund 0,10 bis 0,22 € – mit Halterung immer noch nur ein Drittel bis ein Achtel.
- Pro Watt Nennleistung rechnet PVGIS für beide gleich – über den Ertrag entscheidet die Aufstellung: Laut PVGIS bringt ein 200-W-Modul im Dezember flach hingelegt rund 80 Wh am Tag, bei 60° rund 200 Wh.
- Glasmodule sind für Dauerbetrieb draußen gebaut (Hageltest, 5.400 Pa Last, 25 Jahre Garantie im Beispiel), Faltmodule für den mobilen Einsatz, in unseren Beispielen mit 1 + 1 bis 5 Jahren Garantie.
- Ein 450-W-Glasmodul passt mit rund 40 V Leerlaufspannung an viele Powerstations mit 60-V-Solareingang, nicht aber an kleine Modelle mit 28 oder 30 V.
Inhalt
Wer eine Powerstation mit Sonnenstrom laden will, steht schnell vor der Wahl: ein faltbares Solarmodul, das in eine Tasche passt, oder ein klassisches starres Glasmodul, wie es auf Dächern und an Balkonen hängt. Die Faltmodule der Powerstation-Hersteller sind praktisch, aber teuer. Glasmodule kosten pro Watt nur einen Bruchteil, sind aber groß und schwer. Hier vergleichen wir beide nach Gewicht, Ertrag, Haltbarkeit und Preis pro Watt – und zeigen, wann welches Modul passt, gerade jetzt im Winterhalbjahr.
So arbeiten wir
WattGuide misst nicht selbst. Die Daten der Faltmodule und Powerstations sind Herstellerangaben aus unserer Produktdatenbank. Als Beispiel für ein starres Modul nutzen wir das Datenblatt des LONGi LR5-54HTH-450M, einem typischen 450-W-Modul. Preise für Glasmodule stammen von der Verbraucherzentrale, die Solarerträge haben wir am 05.11.2026 mit PVGIS, dem Photovoltaik-Werkzeug der EU-Kommission, für den Raum Kassel abgefragt.
Die zwei Bauarten kurz erklärt
Faltbare Module bestehen aus mehreren Zellfeldern, die auf einen Stoff- oder Kunststoffträger laminiert sind und sich wie ein Buch zusammenklappen lassen. Die Oberfläche ist meist mit ETFE beschichtet, einer robusten Kunststofffolie – BLUETTI nennt das zum Beispiel beim BLUETTI PV200. Alle Faltmodule in unserer Datenbank haben einen ausklappbaren Ständer und ein Anschlusskabel, meist mit passendem Adapter für die Powerstation im Lieferumfang. Neuere Modelle wie das Anker SOLIX PS200 Bifazial oder das Jackery SolarSaga 200W sind bifazial, nutzen also auch Licht, das von hinten auf die Zellen fällt.
Starre Module sind das, was du vom Hausdach kennst: Zellen zwischen Glas und Folie oder zwischen zwei Glasscheiben, eingefasst in einen Aluminiumrahmen. Laut Verbraucherzentrale ist ein Standardmodul heute etwa 1,1 × 1,8 m groß, wiegt gut 20 kg und leistet rund 450 W, aktuelle Module typischerweise 450 bis 480 W. Sie werden an Dach, Fassade, Balkon oder auf einem Aufständer fest montiert und mit MC4-Steckern angeschlossen.
Beide Bauarten nutzen meist monokristalline Siliziumzellen, und bei beiden gilt die Nennleistung in Wattpeak unter denselben Laborbedingungen. Der Unterschied liegt im Aufbau – und der hat Folgen für Gewicht, Haltbarkeit und Preis.
Gewicht und Packmaß: kleiner Vorsprung pro Watt, großer beim Tragen
So schneiden die Faltmodule aus unserer Datenbank im Vergleich mit einem typischen Glasmodul ab:
| Modul | Leistung | Gewicht | Gewicht pro 100 W | Preis pro Watt¹ |
|---|---|---|---|---|
| Anker SOLIX PS100 Bifazial | 100 W | 2,8 kg | 2,8 kg | ca. 1,70 € |
| Anker SOLIX PS200 Bifazial | 200 W | 4,8 kg | 2,4 kg | ca. 1,40 € |
| Jackery SolarSaga 100W | 100 W | 3,6 kg | 3,6 kg | ca. 1,70 € |
| Jackery SolarSaga 200W | 200 W | 6,5 kg | 3,3 kg | ca. 1,75 € |
| BLUETTI PV200 | 200 W | 8,1 kg | 4,1 kg | ca. 1,50 € |
| BLUETTI PV350 | 350 W | 13,9 kg | 4,0 kg | ca. 1,30 € |
| Anker SOLIX PS400 | 400 W | 15,9 kg | 4,0 kg | ca. 1,25 € |
| Glasmodul LONGi LR5-54HTH-450M | 450 W | 20,8 kg | 4,6 kg | ca. 0,10–0,22 €² |
¹ Preis im Herstellershop, geprüft am 05.10.2026, geteilt durch die Nennleistung. ² Spanne laut Verbraucherzentrale für Standardmodule, ohne Halterung (siehe unten).
Was auffällt:
- Pro Watt ist der Abstand kleiner als gedacht. Ältere ETFE-Faltmodule wie das BLUETTI PV200 oder das Anker SOLIX PS400 wiegen mit rund 4 kg pro 100 W fast so viel wie ein Glasmodul. Deutlich leichter sind nur die neuen bifazialen Modelle mit 2,4 bis 3,6 kg pro 100 W.
- Der echte Vorteil ist das Packmaß. Zusammengeklappt misst das Anker SOLIX PS200 laut Anker 68,5 × 79,2 × 4,5 cm, mit Ständer wiegt es rund 5 kg. Ein Glasmodul bleibt immer 1,72 × 1,13 m groß und braucht zum Aufstellen eine Halterung, die zusätzlich wiegt.
- Faltmodule brauchen mehr Fläche. Das LONGi-Modul bringt rechnerisch rund 230 W pro Quadratmeter. Aufgeklappte Faltmodule kommen in unserer Datenbank auf rund 150 bis 185 W pro Quadratmeter, unter anderem weil zwischen den Feldern Platz für die Faltkanten bleibt. Die hohen Wirkungsgrade in der Werbung beziehen sich meist auf die Zellen: BLUETTI nennt für das PV200 ausdrücklich eine „Zelleffizienz“ von bis zu 23,4 %.
Wer das Modul im Auto, im Wohnmobil oder zu Fuß zum Zeltplatz mitnimmt, kommt um ein Faltmodul kaum herum. Passende Powerstations zum Mitnehmen stehen in der Bestenliste leichte Powerstations.
Ertrag: Die Aufstellung entscheidet, nicht die Bauart
Pro Watt Nennleistung liefert ein Faltmodul unter gleichen Bedingungen nicht grundsätzlich weniger als ein Glasmodul. Den Unterschied machen Winkel, Ausrichtung, Schatten und Temperatur – und da haben beide Bauarten eigene Stärken. Wie stark die Aufstellung wirkt, zeigt unsere PVGIS-Abfrage für ein 200-W-Modul im Raum Kassel (14 % Systemverluste, Mittelwerte 2005 bis 2023):
| Aufstellung (Süd) | Juni | November | Dezember | Jahr |
|---|---|---|---|---|
| flach hingelegt (0°) | ca. 860 Wh pro Tag | ca. 130 Wh | ca. 80 Wh | ca. 172 kWh |
| Ständer mit 35° | ca. 840 Wh | ca. 240 Wh | ca. 170 Wh | ca. 203 kWh |
| steil, 60° | ca. 710 Wh | ca. 270 Wh | ca. 200 Wh | ca. 193 kWh |
| senkrecht, 90° (Balkongeländer) | ca. 430 Wh | ca. 250 Wh | ca. 190 Wh | ca. 144 kWh |
| 30° ohne Hinterlüftung | ca. 830 Wh | ca. 220 Wh | ca. 160 Wh | ca. 195 kWh |
| ständig der Sonne nachgedreht (55°) | ca. 1.120 Wh | ca. 290 Wh | ca. 210 Wh | ca. 261 kWh |
- Dezember, flach hingelegt
- ca. 80 Wh/Tag
- 200-W-Modul, Raum Kassel
- Dezember, 60° steil
- ca. 200 Wh/Tag
- rund zweieinhalbmal so viel
- Ständig nachgedreht
- ca. +29 %
- Jahresertrag gegenüber 30° fest
- Ohne Hinterlüftung
- ca. −3 %
- Jahresertrag bei 30°
Was das für die Wahl heißt:
- Faltmodule kannst du nachführen. Ein Modul, das ständig der Sonne nachgedreht wird, käme laut PVGIS übers Jahr auf rund 29 % mehr als ein fest stehendes mit 30°. Das ist eine Obergrenze – wer das Modul beim Camping alle ein, zwei Stunden mitdreht, holt einen Teil davon heraus. Ein fest montiertes Glasmodul kann das nicht.
- Glasmodule stehen jeden Tag in der Sonne. Ein Faltmodul liefert nur, wenn du es aufbaust. Ein fest montiertes Modul arbeitet auch an Tagen, an denen du nicht daran denkst – für Garten, Gartenhaus und Notstrom zu Hause ist das der größere Vorteil.
- Der Ständer begrenzt den Winkel. Den Ständer des Anker SOLIX PS200 legt Anker laut FAQ fest auf 35° aus, kleine Anpassungen sind möglich. Im Dezember liefert ein steiler Winkel von 60° laut PVGIS aber rund 18 % mehr als 35°. Im Winter lohnt es sich deshalb, ein Faltmodul steiler anzulehnen.
- Flach hinlegen kostet im Winter die Hälfte und mehr. Ein Faltmodul auf dem Boden, dem Autodach oder dem Campingtisch bringt im Sommer gut, im Dezember aber nur rund 40 % dessen, was es bei 60° schafft.
- Wärme kostet wenig, Schatten viel. Ohne Luft auf der Rückseite rechnet PVGIS bei 30° mit rund 3 % weniger Jahresertrag. Ein Schatten von Ästen, Zeltleinen oder Geländerstreben kann dagegen viel mehr kosten.
Wie du den Winkel nach Jahreszeit einstellst, steht ausführlich in Solarpanel richtig ausrichten, die Monatswerte für Hamburg, Kassel und München in Solarertrag pro Monat in Deutschland. Wie lange ein bestimmtes Modul für deine Powerstation braucht, rechnet der Solar-Ladezeit-Rechner aus.
Haltbarkeit und Garantie: Dauerbetrieb oder mobiler Einsatz
Hier liegen die beiden Bauarten am weitesten auseinander.
| Faltmodul | Glasmodul (Beispiel LONGi) | |
|---|---|---|
| Garantie laut Hersteller | BLUETTI PV200: 1 + 1 Jahr; Anker SOLIX PS200: 5 Jahre | 25 Jahre Produktgarantie, 25 Jahre Leistungsgarantie |
| Leistung nach Jahren | Anker nennt für das PS200 „10 Jahre Lebensdauer“ | garantiert 88,9 % der Nennleistung nach 25 Jahren |
| Wetter | IP67 bzw. IP68; Anker rät beim PS200 von starkem Regen ab | geprüft mit 25-mm-Hagelkörnern bei 23 m/s, 5.400 Pa statische Last auf der Vorderseite |
| Betriebstemperatur | BLUETTI PV200: −25 bis 65 °C | −40 bis 85 °C |
| Prüfnormen | je nach Hersteller | IEC 61215 und IEC 61730 |
Glasmodule sind für den jahrzehntelangen Betrieb im Freien ausgelegt, das zeigen schon die Garantien. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass viele Hersteller eine garantierte Leistung ihrer Module über bis zu 30 Jahre versprechen, einzelne inzwischen 40 Jahre. Produktgarantien für Material- und Verarbeitungsfehler reichen laut Verbraucherzentrale oft bis zu zehn Jahre, beim LONGi-Beispielmodul sind es laut Datenblatt 25 Jahre.
Faltmodule sind für den mobilen Einsatz gedacht. Die Schutzart IP67 oder IP68 schützt vor Staub und Wasser, macht das Modul aber nicht zum Dauerinstallations-Produkt: Anker rät in den FAQ zum PS200 trotz IP68, es nicht starkem Regen auszusetzen oder unterzutauchen. Dazu kommt die Mechanik – Faltkanten, Stoff, Ständer und das fest angeschlossene Kabel werden bei jedem Auf- und Zuklappen beansprucht. Pfleg das Modul deshalb gut: trocken einpacken, nicht knicken, Stecker sauber halten.
Die Garantiezeiten der Faltmodule unterscheiden sich stark. Prüf vor dem Kauf, wie lange der Hersteller Garantie gibt und ob du das Modul dafür registrieren musst. Was Garantie und gesetzliche Gewährleistung unterscheidet, erklärt Garantie und Gewährleistung bei Powerstations.
Und flexible Module ohne Glas?
Neben Falt- und Glasmodulen gibt es leichte, biegsame Module ohne Glasscheibe, etwa für gewölbte Wohnmobil- oder Bootsdächer. Sie sind leicht zu montieren, laut Verbraucherzentrale haben leichte, flexible Module aber üblicherweise eine etwas geringere Lebensdauer als Module mit Rahmen und Glas.
Preis pro Watt: hier gewinnt das Glasmodul klar
Faltmodule kosteten bei unserer Prüfung am 05.10.2026 im Herstellershop ca. 1,25 bis 1,75 € pro Watt – am günstigsten pro Watt die großen 350- und 400-W-Modelle, am teuersten die leichten 100-W-Module und das Jackery SolarSaga 200W.
Standard-Glasmodule spielen in einer anderen Liga. Laut Verbraucherzentrale wird ein komplettes Steckersolar-Gerät mit zwei Standardmodulen online und im Baumarkt für 200 bis 300 € angeboten; zwei zusätzliche Module kosten meist 100 bis 200 € Aufpreis. Das sind rund 0,10 bis 0,22 € pro Watt. Für die Befestigung rechnet die Verbraucherzentrale je nach Montageort mit 50 bis 100 € zusätzlich pro Modul. Ein 450-W-Modul mit Halterung landet damit bei rund 100 bis 200 €, also etwa 0,22 bis 0,44 € pro Watt – ungefähr ein Drittel bis ein Achtel dessen, was ein Faltmodul pro Watt kostet.
Für die Powerstation brauchst du zusätzlich ein Adapterkabel von MC4 auf deren Solarstecker, etwa XT60 oder Anderson. Welche Stecker es gibt, erklärt das Lexikon unter XT60 und Anderson.
Glasmodul an der Powerstation: Spannung zuerst prüfen
Ein starres Standardmodul ist nicht für Powerstations gebaut, sondern für Wechselrichter mit hoher Systemspannung. Ob es passt, entscheidet der Solareingang. Das LONGi LR5-54HTH-450M hat laut Datenblatt:
- Leerlaufspannung: 39,93 V. Bei Kälte steigt sie; mit dem Temperaturkoeffizienten von −0,23 % pro Grad aus dem Datenblatt sind es bei −10 °C rund 43 V.
- Strom im Leistungsmaximum: 13,38 A bei 33,64 V, Kurzschlussstrom 14,45 A.
Die Leerlaufspannung muss auch an einem Frostmorgen unter der maximalen Eingangsspannung liegen, der Strom sollte zum Maximum des MPPT-Ladereglers passen. Für Modelle aus unserer Datenbank heißt das:
| Powerstation | Solareingang laut Hersteller | ein 450-W-Glasmodul |
|---|---|---|
| BLUETTI Elite 100 V2 | 12–60 V, 20 A, bis 1.000 W | passt in Spannung und Strom |
| Anker SOLIX C1000 Gen 2 | 11–60 V, 14,5 A, bis 600 W | passt in Spannung und Strom |
| EcoFlow DELTA 3 Plus | 2 Eingänge, 11–60 V, 15 A, zusammen bis 1.000 W | ein Modul je Eingang passt |
| Jackery Explorer 1000 v2 | 16–60 V, 10,5 A, bis 400 W | Spannung passt, Strom liegt über dem Maximum |
| EcoFlow DELTA Pro 3 | bis 150 V (Hochvolt-Eingang), 20 A | auch zwei Module in Reihe passen in der Spannung |
| BLUETTI Elite 30 V2, Anker SOLIX C300X | bis 28 V | passt nicht – Spannung zu hoch |
Liegt der Strom über dem Maximum, begrenzt der Laderegler bei vielen Modellen auf seinen Höchstwert, das Modul liefert dann nicht seine volle Leistung. Ob das erlaubt ist, steht in der Anleitung deiner Powerstation. Zwei Glasmodule in Reihe kommen auf rund 80 V und mehr – das schaffen nur Hochvolt-Eingänge wie bei der EcoFlow DELTA Pro 3 oder der Anker SOLIX F3000, die Anker SOLIX F3000 vs. EcoFlow DELTA Pro 3 gegenüberstellt.
Für ein einzelnes Glasmodul an der 1-kWh-Klasse lohnt der Blick auf die Eingangsdaten in Anker SOLIX C1000 Gen 2 vs. BLUETTI Elite 100 V2 und EcoFlow DELTA 3 Plus vs. Anker SOLIX C1000 Gen 2. Bei kleinen Powerstations mit 28-V-Eingang, wie sie BLUETTI Elite 30 V2 vs. Anker SOLIX C300X vergleicht, bleibst du beim Faltmodul mit niedriger Spannung. Reihe, Parallelschaltung und Kältezuschlag erklärt Powerstation mit Solarpanel laden Schritt für Schritt.
Glasmodul sicher befestigen
Ein Glasmodul mit gut 20 kg ist auf dem Balkon oder im Garten kein Aufsteller zum Anlehnen. Die Verbraucherzentrale mahnt bei der Montage zu besonderer Sorgfalt: Das Modul darf durch Wind weder beschädigt noch gelöst werden und nicht durch sein Eigengewicht herabfallen, die Befestigung muss zum Montageort passen. Auch ein Faltmodul ist bei Wind ein leichtes Segel – beschwer oder sichere es.
Jetzt im Winter: Notstrom vom Balkon
Im November und Dezember zeigt sich der Unterschied besonders deutlich. Ein Glasmodul mit 450 W liefert laut PVGIS im Raum Kassel senkrecht am Balkongeländer im November im Mittel rund 550 Wh, im Dezember rund 430 Wh am Tag; bei 60° Neigung sind es rund 600 und 450 Wh. Ein 200-W-Faltmodul auf seinem 35°-Ständer kommt im Dezember auf rund 170 Wh.
Zum Vergleich: Ein WLAN-Router braucht laut unserer Gerätedatenbank rund 240 Wh am Tag, zwei Smartphone-Ladungen rund 30 Wh und zwei LED-Lampen für vier Stunden rund 65 Wh. Das fest montierte Glasmodul deckt so einen Grundbedarf im Monatsmittel, das kleine Faltmodul nicht. Aber Vorsicht: Mittelwerte enthalten sonnige Tage. An einem trüben Wintertag kann der Ertrag fast auf null fallen – für Notstrom im Winter brauchst du deshalb vor allem eine ausreichend große, geladene Powerstation. Wie du dich darauf vorbereitest, steht in Powerstation als Notstrom bei Blackout, passende Kombinationen zeigt die Bestenliste Solargeneratoren für Notstrom.
Hängt am Balkon schon ein Balkonkraftwerk, ist das eine andere Anlage: Es speist über einen Wechselrichter ins Hausnetz ein, eine Powerstation darf das nicht improvisiert. Was dort gilt, steht in Balkonkraftwerk 2026: die 800-Watt-Regeln. Wer den Solarstrom vom Balkon speichern will, findet in Powerstation als Balkonkraftwerk-Speicher die Möglichkeiten und in der Bestenliste Balkonkraftwerk-Speicher mit Notstromfunktion passende Speicher.
Welches Modul für welchen Einsatz?
- Camping, Zelt, Festival: Faltmodul. Es muss ins Auto passen, schnell aufgebaut sein und abends wieder in die Tasche. Mit 200 W kommst du laut PVGIS im Juni auf rund 840 Wh am Tag – genug für eine Kompressor-Kühlbox mit rund 250 Wh am Tag plus Handy und Licht. Mehr dazu in Powerstation für Camping und Wohnmobil, fertige Kombinationen in der Bestenliste Solargeneratoren für Camping.
- Wohnmobil: Auf dem Dach ist ein fest montiertes Modul bequem, für den schattigen Stellplatz hilft zusätzlich ein Faltmodul, das du in die Sonne stellst. Was im Winter auf dem Stellplatz zählt, steht in Wintercamping im Wohnmobil, Modelle in der Liste Solargeneratoren fürs Wohnmobil.
- Garten und Gartenhaus: Für die Saison am Wochenende ein Faltmodul, das du nach dem Gartentag wieder mitnimmst – auch als Diebstahlschutz. Soll das Modul fest auf dem Dach stehen, ist ein Glasmodul günstiger und wetterfester. Details in Strom im Gartenhaus ohne Anschluss und in der Bestenliste Solargenerator für Garten und Gartenhaus.
- Balkon und Notstrom zu Hause: Glasmodul, fest und sicher montiert, mit passender Spannung zum Solareingang. Es arbeitet jeden Tag, kostet pro Watt einen Bruchteil und hält Jahrzehnte.
Passt zu dir, wenn …
- du das Modul mitnimmst – Camping, Zelt, Festival, wechselnde Stellplätze
- du es der Sonne nachdrehen und im Winter steil anlehnen kannst
- deine Powerstation nur bis 28 oder 30 V Solarspannung verträgt
- der Stecker gleich passen soll, ohne eigenes Adapterkabel
Eher nicht geeignet, wenn …
- das Modul das ganze Jahr draußen fest montiert bleiben soll
- du möglichst viel Watt für wenig Geld suchst
- du ohnehin einen festen Platz am Balkon, Dach oder Gartenhaus hast
- du lange Garantie und Hagelfestigkeit erwartest
Links stehen die Fälle, in denen ein faltbares Modul die bessere Wahl ist. Rechts die, in denen ein starres Glasmodul meist mehr bringt.
Alle Faltmodule mit Daten zu Spannung, Gewicht und passenden Powerstations findest du in der Solarpanel-Übersicht. Fertige Kombinationen aus Powerstation und Modul zeigt der Solargenerator-Vergleich.
Checkliste vor dem Kauf
- Einsatz klären: mitnehmen oder fest montieren?
- Spannung prüfen: Leerlaufspannung mit Kältezuschlag unter der maximalen Eingangsspannung der Powerstation.
- Strom und Leistung prüfen: Strom im Leistungsmaximum und Modulleistung passend zum Solareingang.
- Stecker klären: passendes Kabel dabei oder Adapter von MC4 nötig?
- Gewicht und Packmaß ansehen: pro 100 W und zusammengeklappt.
- Preis pro Watt rechnen: Preis geteilt durch Nennleistung, beim Glasmodul plus Halterung.
- Garantie vergleichen: bei Faltmodulen 1 + 1 bis 5 Jahre, bei Glasmodulen oft deutlich länger.
- Sicher aufstellen: Glasmodul fest montieren, Faltmodul gegen Wind sichern und nicht bei Starkregen draußen lassen.
Fazit
Faltbar oder starr ist vor allem eine Frage des Einsatzes. Ein faltbares Modul ist die richtige Wahl, wenn es mitreisen soll: Es lässt sich zusammenklappen, nachdrehen und steil anlehnen, passt per Stecker direkt an die Powerstation und wiegt bei den neuen bifazialen Modellen nur 2,4 bis 3,6 kg pro 100 W. Dafür kostet es pro Watt ca. 1,25 bis 1,75 € und ist nicht für den Dauerbetrieb draußen gebaut. Ein starres Glasmodul wiegt gut 20 kg, kostet pro Watt laut Verbraucherzentrale aber nur einen Bruchteil, ist auf Hagel und hohe Last geprüft und hat im Beispiel 25 Jahre Produkt- und Leistungsgarantie. Für Balkon, Gartenhaus und Notstrom zu Hause ist es meist die bessere Wahl – wenn die Leerlaufspannung von rund 40 V zum Solareingang passt. Welche Powerstation-Größe zu deinem Modul passt, ermittelst du mit dem Rechner Welche Powerstation brauche ich?.
Unsere Empfehlung
Top 3 aus der Bestenliste „Solargenerator Camping“
Zur ganzen BestenlisteDie drei bestplatzierten Modelle aus unserer Bestenliste – datenbasiert, nicht selbst getestet.
Platz 1 im Datenvergleich
7,1DJI
Platz 1: Power 1000 V2
Solar-Vollladung ab ca. 0,6 Sonnenstunden möglich
- Kapazität
- 1.024 Wh
- Leistung
- 2.600 W
- Gewicht
- 14,2 kg
Preis-Leistungs-Tipp
7,2BLUETTI
Platz 2: Elite 100 V2
Solar-Vollladung ab ca. 1,1 Sonnenstunden möglich
- Kapazität
- 1.024 Wh
- Leistung
- 1.800 W
- Gewicht
- 11,5 kg
Platz 3 im Datenvergleich
7,0EcoFlow
Platz 3: DELTA 3 Plus
Solar-Vollladung ab ca. 1,1 Sonnenstunden möglich
- Kapazität
- 1.024 Wh
- Leistung
- 1.800 W
- Gewicht
- 12,5 kg
Wir finanzieren uns teilweise über Provisionen: Kaufst du über einen markierten Link, erhalten wir unter Umständen eine Vergütung. Der Preis für dich ändert sich nicht, unsere Bewertungen bleiben unabhängig. Mehr erfahren
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein faltbares Solarmodul im Vergleich zu einem Glasmodul?
Ein faltbares 200-W-Modul wiegt in unserer Datenbank je nach Modell 4,8 bis 8,1 kg, also 2,4 bis 4,1 kg pro 100 W. Ein Standard-Glasmodul ist laut Verbraucherzentrale etwa 1,1 × 1,8 m groß, wiegt gut 20 kg und leistet rund 450 W – das sind gut 4,4 kg pro 100 W. Pro Watt ist der Unterschied also kleiner als gedacht. Der eigentliche Vorteil des Faltmoduls: Es lässt sich je nach Modell auf rund 60 × 50 bis 90 × 65 cm zusammenklappen und hat einen Ständer.
Liefert ein faltbares Solarpanel weniger Strom als ein starres?
Pro Watt Nennleistung nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, wie das Modul zur Sonne steht, ob es verschattet ist und wie warm es wird. Laut PVGIS liefert ein 200-W-Modul in der Mitte Deutschlands bei 35° Süd im Juni rund 840 Wh am Tag, flach hingelegt im Dezember aber nur rund 80 Wh statt rund 200 Wh bei 60°. Ein Faltmodul kannst du nachdrehen und steiler stellen, ein fest montiertes Glasmodul nicht – dafür steht es jeden Tag in der Sonne.
Kann ich ein normales Glasmodul an meine Powerstation anschließen?
Oft ja, wenn die Spannung passt. Ein 450-W-Modul wie das LONGi LR5-54HTH-450M hat laut Datenblatt 39,93 V Leerlaufspannung, an einem Frostmorgen rund 43 V. Das passt an Powerstations mit Solareingang bis 60 V, etwa die BLUETTI Elite 100 V2 oder die Anker SOLIX C1000 Gen 2, aber nicht an kleine Modelle mit 28 oder 30 V Maximum. Du brauchst außerdem ein Adapterkabel von MC4 auf den Solarstecker deiner Powerstation.
Darf ein faltbares Solarmodul dauerhaft draußen bleiben?
Besser nicht. Faltmodule sind für den mobilen Einsatz gebaut. Anker rät in den FAQ zum SOLIX PS200 trotz Schutzart IP68 davon ab, das Modul starkem Regen auszusetzen oder unterzutauchen, und gibt fünf Jahre Garantie; BLUETTI gibt auf das PV200 1 + 1 Jahr. Ein Glasmodul ist dagegen für den Dauerbetrieb im Freien ausgelegt – das LONGi-Beispielmodul ist laut Datenblatt auf Hagelkörner von 25 mm bei 23 m/s geprüft und hat 25 Jahre Produktgarantie.
Was kostet ein Solarmodul pro Watt?
Faltbare Module kosteten in den Herstellershops bei unserer Prüfung am 05.10.2026 ca. 1,25 bis 1,75 € pro Watt. Standard-Glasmodule sind deutlich günstiger: Laut Verbraucherzentrale kosten zwei zusätzliche Module zu einem Steckersolar-Gerät meist 100 bis 200 € Aufpreis, also rund 0,10 bis 0,22 € pro Watt. Für die Befestigung rechnet die Verbraucherzentrale mit 50 bis 100 € je Modul. Selbst dann liegt ein Glasmodul pro Watt bei rund einem Drittel bis einem Achtel des Faltmoduls.
Quellen und weiterführende Informationen
- PVGIS – Photovoltaic Geographical Information System (Abfrage PVcalc 5.3, Raum Kassel, 200 W und 450 W, 14 % Verluste, PVGIS-SARAH3 2005–2023, fest und nachgeführt) – Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (abgerufen am 5. November 2026)
- Steckersolar: Solarstrom vom Balkon direkt in die Steckdose (Stand 24.07.2026) – Verbraucherzentrale (abgerufen am 5. November 2026)
- Photovoltaik: Garantie- und Versicherungsbedingungen genau lesen (Stand 05.11.2024) – Verbraucherzentrale (abgerufen am 5. November 2026)
- LR5-54HTH 445~455M – Datenblatt (Leerlaufspannung, Gewicht, Hageltest, Garantie) – LONGi (abgerufen am 5. November 2026)
- Anker SOLIX PS200 Solarpanel – Produktseite und FAQ (Garantie, Ständer, Regen) – Anker (abgerufen am 5. November 2026)
- BLUETTI PV200 Tragbares Solarpanel – Produktseite (Garantie, ETFE, Betriebstemperatur) – BLUETTI (abgerufen am 5. November 2026)
WattGuide Redaktion · Redaktion & Datenpflege
Die WattGuide Redaktion recherchiert, pflegt und prüft die Produktdaten auf WattGuide. Technische Angaben übernehmen wir aus Primärquellen – Herstellerseiten, Datenblättern und Bedienungsanleitungen – und vermerken zu jedem Produkt, wann die Daten zuletzt geprüft wurden.
Wir haben die genannten Geräte nicht selbst im Labor getestet. Zahlenwerte sind Richtwerte oder Herstellerangaben – mehr dazu in unserer Methodik.