Zum Inhalt springen
WattGuide

Beliebte Suchen

Ratgeber · Solar

Solarertrag pro Monat in Deutschland: Was ein 200-W-Modul von Januar bis Dezember liefert

Was liefert ein 200-W-Solarmodul pro Monat? PVGIS-Werte für Hamburg, Kassel und München von Januar bis Dezember – und was das für Powerstation, Kühlbox und Handy bedeutet.
Von WattGuide RedaktionZuletzt aktualisiert: 8 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Wie viel Strom liefert ein 200-W-Solarmodul pro Monat in Deutschland?

Laut PVGIS liefert ein optimal nach Süden geneigtes 200-W-Modul in der Mitte Deutschlands im Juni im Schnitt rund 25 kWh, also gut 800 Wh pro Tag. Im Dezember sind es nur rund 5,5 kWh oder knapp 200 Wh pro Tag – etwa ein Fünftel. Übers Jahr kommen in Hamburg rund 200 kWh, in München knapp 230 kWh zusammen. An einer Powerstation nutzt du davon praktisch weniger, weil das Modul nicht jeden Tag in der Sonne steht und ein voller Akku nichts mehr aufnimmt.

Kurz gesagt

  • PVGIS-Mittelwerte für ein 200-W-Modul, optimal geneigt nach Süden: rund 25 kWh im Juni, 5 bis 10 kWh im Dezember – je nach Region.
  • Von April bis August liefert das Modul in ganz Deutschland ähnlich viel, im Winter hat der Süden einen klaren Vorsprung: München bringt im Dezember etwa doppelt so viel wie Hamburg.
  • Ein steiler Winkel um 60° holt im Winter rund 10 bis 15 % mehr heraus, kostet im Sommer aber deutlich mehr.
  • Im Sommer füllt ein 200-W-Modul eine 1.000-Wh-Powerstation im Schnitt in gut einem Tag, im Dezember braucht es in der Mitte Deutschlands rund fünf bis sechs Tage.
  • Die Werte sind langjährige Mittel ohne Verschattung – einzelne Monate und Tage weichen deutlich ab.
Inhalt

„200 Watt“ steht auf dem Solarmodul – aber wie viel Energie kommt im Januar, im Juni oder im November tatsächlich heraus? Statt Faustregeln haben wir die Erträge mit PVGIS abgefragt, dem kostenlosen Photovoltaik-Werkzeug der EU-Kommission, für fünf Standorte von Hamburg bis München. So siehst du Monat für Monat, was ein 200-W-Modul an deiner Powerstation realistisch leisten kann – und wo die Grenzen liegen.

So haben wir gerechnet

Alle Werte stammen aus einer PVGIS-Abfrage (PVcalc, Version 5.3) am 28.10.2026 mit diesen Einstellungen:

  • Modul: 200 Wattpeak, kristallines Silizium, fest aufgestellt
  • Ausrichtung: Süd, Neigung von PVGIS optimiert (38 bis 40 Grad je nach Standort)
  • Verluste: 14 % Systemverluste (Kabel, Laderegler, Verschmutzung, Alterung), Geländehorizont berücksichtigt
  • Daten: Strahlungsdatenbank PVGIS-SARAH3, Mittelwerte der Jahre 2005 bis 2023

Die Werte sind also langjährige Durchschnitte für ein fest montiertes, unverschattetes Modul. Einzelne Jahre, Monate und erst recht einzelne Tage weichen davon ab. Ein Modul mit 100 W liefert die Hälfte, eines mit 400 W das Doppelte.

Der Jahresverlauf: Monat für Monat

Energie eines 200-W-Moduls in kWh pro Monat, in Klammern der Mittelwert pro Tag in Wh:

MonatHamburgRaum Kassel (Mitte)München
Januar5,6 kWh (180 Wh)6,5 kWh (210 Wh)10,4 kWh (340 Wh)
Februar9,7 kWh (350 Wh)10,5 kWh (380 Wh)14,5 kWh (520 Wh)
März17,0 kWh (550 Wh)18,5 kWh (600 Wh)20,9 kWh (670 Wh)
April24,0 kWh (800 Wh)23,8 kWh (790 Wh)24,0 kWh (800 Wh)
Mai25,2 kWh (810 Wh)24,9 kWh (800 Wh)24,0 kWh (780 Wh)
Juni24,9 kWh (830 Wh)24,9 kWh (830 Wh)24,8 kWh (830 Wh)
Juli24,8 kWh (800 Wh)24,7 kWh (800 Wh)25,7 kWh (830 Wh)
August22,4 kWh (720 Wh)23,1 kWh (750 Wh)24,5 kWh (790 Wh)
September19,3 kWh (640 Wh)19,9 kWh (660 Wh)21,3 kWh (710 Wh)
Oktober13,5 kWh (430 Wh)13,7 kWh (440 Wh)17,2 kWh (550 Wh)
November6,8 kWh (230 Wh)7,3 kWh (240 Wh)11,0 kWh (370 Wh)
Dezember4,9 kWh (160 Wh)5,5 kWh (180 Wh)9,9 kWh (320 Wh)
Jahr198 kWh203 kWh228 kWh

Zum Vergleich: Für Berlin ergibt PVGIS mit denselben Einstellungen 212 kWh im Jahr, für Freiburg 224 kWh.

Was die Tabelle zeigt:

  • Von April bis August ist Deutschland gleich sonnig. In diesen Monaten liegen Hamburg, Kassel und München fast gleichauf bei rund 800 Wh pro Tag.
  • Im Winter entscheidet der Standort. Im Dezember liefert das Modul in München etwa doppelt so viel wie in Hamburg. Das liegt an der Strahlung, nicht am Modul.
  • Die Sonnensaison ist kurz. Von November bis Januar liefert ein Modul in Nord- und Mitteldeutschland nur etwa ein Fünftel bis knapp ein Drittel des Juni-Werts. Der März bringt dagegen schon über zwei Drittel.
  • Ein Jahr ist kein Jahr. PVGIS gibt auch die Schwankung zwischen den Jahren an: Im Raum Kassel schwankt der Dezemberertrag um rund ±1,2 kWh um den Mittelwert, der Juniertrag um rund ±3 kWh.
Juni, Mitte Deutschlands
ca. 830 Wh/Tag
200 W, optimal geneigt
Dezember, Mitte Deutschlands
ca. 180 Wh/Tag
rund ein Fünftel des Junis
Jahresertrag
198–228 kWh
Hamburg bis München
Bester Winterwinkel
um 60°
rund 10–15 % mehr im Dezember
Schwankung Dezember
± ca. 20 %
zwischen einzelnen Jahren
Systemverluste
14 %
bereits eingerechnet

Der Winkel: flach im Sommer, steil im Winter

PVGIS optimiert die Neigung für das ganze Jahr. Wer ein faltbares Modul mit Aufsteller nutzt, kann den Winkel aber je nach Jahreszeit anpassen. Für den Raum Kassel ergibt PVGIS:

Neigung (Süd)JanuarJuniDezemberJahr
15° (fast flach)4,8 kWh26,3 kWh3,9 kWh191 kWh
38° (optimal fürs Jahr)6,5 kWh24,9 kWh5,5 kWh203 kWh
60° (steil)7,3 kWh21,3 kWh6,2 kWh193 kWh

Im Dezember bringt der steile Winkel rund 13 % mehr als der Jahresoptimum-Winkel und gut die Hälfte mehr als ein fast flaches Modul. Im Juni ist es umgekehrt. Wie du den Winkel in der Praxis einstellst und was eine Ost- oder Westausrichtung kostet, erklärt Solarpanel richtig ausrichten.

Was das für deine Powerstation bedeutet

Ein Solarmodul lädt die Powerstation über ihren Solareingang mit eingebautem MPPT-Laderegler. Wie viele Tage ein 200-W-Modul im Mittel braucht, um eine leere Powerstation zu füllen (Raum Kassel, vereinfacht ohne Verbrauch in der Zeit):

PowerstationJuniMärz / SeptemberDezember
512 Wh, z. B. Jackery Explorer 500 v2knapp 1 Tagknapp 1 Tagrund 3 Tage
1.024 Wh, z. B. BLUETTI Elite 100 V2gut 1 Tagknapp 2 Tagerund 6 Tage
2.048 Wh, z. B. Anker SOLIX C2000 Gen 2rund 2,5 Tagegut 3 Tagerund 11 Tage

Und was ein Tagesertrag im Schnitt abdeckt – mit den Richtwerten unserer Geräteseiten:

  • Smartphone laden: Laut ADAC braucht eine Vollladung rund 15 Wh. Selbst im Dezember reichen 160 bis 180 Wh rechnerisch für rund zehn Ladungen, wenn man Verluste einrechnet.
  • Kompressor-Kühlbox: Mit einem Richtwert von rund 250 Wh pro Tag deckt ein 200-W-Modul den Bedarf in der Mitte Deutschlands im Mittel von etwa Februar bis Oktober. Von November bis Januar reicht es nicht – dann musst du zusätzlich laden.
  • WLAN-Router: Rund 240 Wh pro Tag im Dauerbetrieb – im Sommer gut machbar, im Winter nicht allein mit einem Modul.
  • Laptop im Büro-Einsatz: Bei 30 W über acht Stunden sind es rund 240 Wh, also ähnlich wie beim Router.

Wie lange ein Gerät an einer bestimmten Powerstation läuft, rechnest du mit dem Laufzeit-Rechner aus.

Warum du in der Praxis weniger nutzt

PVGIS rechnet mit einem Modul, das das ganze Jahr fest und unverschattet steht, und zählt jede erzeugte Kilowattstunde. An einer Powerstation ist das selten so:

  1. Der Akku ist voll. Ist die Powerstation geladen und läuft nichts, nimmt sie keine Energie mehr auf. Der Rest des Sonnentags verpufft.
  2. Das Modul steht nicht immer draußen. Ein faltbares Modul wird im Urlaub oder am Wochenende aufgestellt, nicht an 365 Tagen.
  3. Schatten und Ausrichtung. Schon ein Baum, eine Brüstung oder eine nicht nachgeführte Ausrichtung kosten viel. Im Winter steht die Sonne tief, Schatten werden lang.
  4. Hitze und Kälte. Heiße Module verlieren Leistung. Im Winter liefert die Sonne zwar wenig, dafür darf die Powerstation bei Frost meist nicht geladen werden – mehr dazu in Powerstation im Winter.

Deshalb rechnen wir in der Solar-Anleitung für ein 200-W-Modul an einer Powerstation mit grob 100 bis 150 tatsächlich genutzten kWh im Jahr – deutlich weniger als die rund 200 kWh, die PVGIS als Maximum ausweist. Was das in Euro pro Kilowattstunde bedeutet, rechnet Was kostet eine kWh aus der Powerstation? vor.

Mehr Ertrag im Winter: drei Stellschrauben

1. Mehr Modulleistung. Wenn du im Dezember 1 kWh pro Tag brauchst, sind im Raum Kassel rechnerisch rund 1.100 W Modulleistung nötig – mehr als fünf 200-W-Module. Prüfe vorher, wie viel Solarleistung deine Powerstation verträgt: Die EcoFlow DELTA 3 Plus und die BLUETTI Elite 100 V2 nehmen laut Hersteller bis zu 1.000 W auf, viele kleinere Modelle nur 100 bis 200 W. Achte auch auf die Leerlaufspannung, wenn du Module in Reihe schaltest – das erklärt Powerstation mit Solarpanel laden.

2. Steiler Winkel und freier Horizont. Um 60° Neigung und ein Platz ohne Schatten zur Mittagszeit holen im Winter mehr heraus als jedes Zubehör.

3. Zweite Lademöglichkeit. Im Winter ergänzen Netzstrom, das Auto oder ein Ladebooster das Solarmodul. Wie das im Wohnmobil funktioniert, steht in Wintercamping im Wohnmobil und Powerstation im Auto laden.

Welche 200-W-Module gibt es?

In unserer Solarpanel-Übersicht findest du faltbare Module mit technischen Daten und Steckern. In der 200-W-Klasse sind das zum Beispiel das Anker SOLIX PS200 Bifazial, das Jackery SolarSaga 200W und das BLUETTI PV200. Kleiner und leichter sind die 100-W-Module wie das Anker SOLIX PS100 Bifazial, deutlich mehr Leistung bringt das Anker SOLIX PS400. Achte darauf, dass Stecker und Spannung zur Powerstation passen – im Lexikon erklären wir XT60 und Anderson.

Fertige Kombinationen aus Powerstation und Modul vergleichst du im Solargenerator Test, für den Urlaub bei den Solargeneratoren fürs Camping und fürs Wohnmobil unter Solargeneratoren fürs Wohnmobil. Für den Schrebergarten passt die Liste Solargenerator für Garten und Gartenhaus.

Und wenn es um Strom sparen geht?

Ein Solargenerator macht dich unterwegs und im Stromausfall unabhängig, spart aber kaum Geld. Wer seine Stromrechnung senken will, braucht ein Balkonkraftwerk, das bis zu 800 W ins Hausnetz einspeist. Wie wenig auch dort im Winter ankommt, zeigt Balkonkraftwerk-Speicher im Winter; die Speicher selbst vergleichen wir unter Balkonkraftwerk-Speicher. Und wer davon träumt, ganz ohne Netz zu leben, findet die ehrliche Rechnung in Autark wohnen im Tiny House.

Fazit

Ein 200-W-Solarmodul liefert in Deutschland laut PVGIS im Sommer rund 800 Wh pro Tag, im Dezember je nach Region nur 160 bis 320 Wh. Übers Jahr kommen 198 bis 228 kWh zusammen – an einer Powerstation nutzt du davon praktisch weniger. Für Camping, Gartenhaus und Notstrom im Sommerhalbjahr ist das viel; im Winter brauchst du mehr Modulleistung, einen steilen Winkel und eine zweite Lademöglichkeit. Wie lange dein Modul eine bestimmte Powerstation lädt, zeigt der Solar-Ladezeit-Rechner.

Unsere Empfehlung

Top 3 aus der Bestenliste „Solargenerator Test“

Zur ganzen Bestenliste

Die drei bestplatzierten Modelle aus unserer Bestenliste – datenbasiert, nicht selbst getestet.

  1. Platz 1 im Datenvergleich

    DJI

    Platz 1: Power 1000 V2

    Solar-Vollladung ab ca. 0,6 Sonnenstunden möglich

    Kapazität
    1.024 Wh
    Leistung
    2.600 W
    Gewicht
    14,2 kg
  2. Platz 2 im Datenvergleich

    BLUETTI

    Platz 2: Apex 300

    Bis 2.400 W Solar-Eingang

    Kapazität
    2.765 Wh
    Leistung
    3.840 W
    Gewicht
    38 kg
  3. Platz 3 im Datenvergleich

    DJI

    Platz 3: Power 2000

    Bis 1.800 W Solar-Eingang

    Kapazität
    2.048 Wh
    Leistung
    3.000 W
    Gewicht
    22 kg

Wir finanzieren uns teilweise über Provisionen: Kaufst du über einen markierten Link, erhalten wir unter Umständen eine Vergütung. Der Preis für dich ändert sich nicht, unsere Bewertungen bleiben unabhängig. Mehr erfahren

Häufige Fragen

Wie viel Wh liefert ein 200-W-Solarpanel pro Tag?

Im langjährigen Mittel laut PVGIS in der Mitte Deutschlands (Raum Kassel, optimal geneigt nach Süden): rund 830 Wh pro Tag im Juni, 600 Wh im März und September, 440 Wh im Oktober und nur rund 180 Wh im Dezember. An einem sonnigen Sommertag kann es mehr sein, an einem trüben Wintertag nahezu nichts.

Wie viel kWh bringt ein 200-W-Modul im Jahr?

Laut PVGIS bei optimaler Neigung nach Süden rund 198 kWh in Hamburg, 203 kWh im Raum Kassel, 212 kWh in Berlin, 224 kWh in Freiburg und 228 kWh in München – jeweils nach 14 % Systemverlusten. An einer Powerstation nutzt du praktisch weniger, wenn das Modul nicht dauerhaft aufgestellt ist oder der Akku voll ist.

Lohnt sich ein Solarmodul an der Powerstation im Winter?

Als Ergänzung ja, als alleinige Stromquelle kaum. Im Dezember liefert ein 200-W-Modul in Norddeutschland im Schnitt nur rund 160 Wh am Tag. Das reicht für ein paar Handyladungen, aber nicht für eine Kühlbox oder einen Laptop im Dauerbetrieb. Wer im Winter Solarstrom braucht, plant mehr Modulleistung ein, stellt die Module steil auf und hat eine zweite Lademöglichkeit.

Welche Daten liegen den Werten zugrunde?

Wir haben das frei zugängliche Werkzeug PVGIS der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission abgefragt: Strahlungsdaten PVGIS-SARAH3 der Jahre 2005 bis 2023, kristallines Silizium, 200 Wp, 14 % Systemverluste, Geländehorizont berücksichtigt, Ausrichtung Süd mit der von PVGIS berechneten optimalen Neigung von 38 bis 40 Grad.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. PVGIS – Photovoltaic Geographical Information System (Abfrage PVcalc v5.3, 200 Wp, 14 % Verluste, PVGIS-SARAH3 2005–2023; Hamburg, Kassel, München, Berlin, Freiburg) – Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (abgerufen am 28. Oktober 2026)
  2. PVGIS – Benutzerhandbuch und Dokumentation der Berechnungsmethoden – Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (abgerufen am 28. Oktober 2026)
  3. Mobile Powerstations im ADAC Test (Smartphone-Vollladung rund 15 Wh) – ADAC (abgerufen am 28. Oktober 2026)

WattGuide Redaktion · Redaktion & Datenpflege

Die WattGuide Redaktion recherchiert, pflegt und prüft die Produktdaten auf WattGuide. Technische Angaben übernehmen wir aus Primärquellen – Herstellerseiten, Datenblättern und Bedienungsanleitungen – und vermerken zu jedem Produkt, wann die Daten zuletzt geprüft wurden.

Wir haben die genannten Geräte nicht selbst im Labor getestet. Zahlenwerte sind Richtwerte oder Herstellerangaben – mehr dazu in unserer Methodik.